Klein, unscheinbar und doch ein wahres Kraftpaket: Kresse ist eine der einfachsten und zugleich gesündesten Pflanzen, die in unserer Küche Verwendung finden. Mit ihrem würzig-scharfen Aroma verleiht sie Salaten, Sandwiches und Suppen eine erfrischende Note. Doch Kresse ist weit mehr als nur eine dekorative Zutat – sie steckt voller Vitamine und Nährstoffe, die unser Immunsystem stärken und den Stoffwechsel ankurbeln.
Ob Gartenkresse (Lepidium sativum), Brunnenkresse (Nasturtium officinale) oder Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) – die Vielfalt ist gross, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind unkompliziert in der Anzucht und wachsen beinahe überall. Besonders die Gartenkresse hat sich in der Schweiz etabliert und wird hier seit Jahrhunderten kultiviert. Ihre unkomplizierte Pflege macht sie zum idealen Einsteigerkraut – ob im Gartenbeet, im Blumentopf auf dem Balkon oder sogar auf feuchter Watte auf der Fensterbank.
Gesundheitlich kann sich die Kresse ebenfalls sehen lassen: Sie enthält reichlich Vitamin C, Eisen, Kalzium und Senföle, die nicht nur für ihren charakteristischen Geschmack verantwortlich sind, sondern auch antibakteriell wirken. Besonders in der kalten Jahreszeit ist sie eine wertvolle Ergänzung in der Ernährung, um das Immunsystem zu unterstützen.
Saison hat Kresse eigentlich immer – zumindest, wenn man sie selbst zieht. Im Freiland gedeiht sie am besten von März bis Oktober, doch wer sie in der Küche auf der Fensterbank kultiviert, kann das ganze Jahr über frisches Grün ernten. .

Kresse ist heute aus unseren Küchen kaum mehr wegzudenken. Doch woher kommt dieses würzige Kraut eigentlich? Ihre Wurzeln reichen weit zurück – sowohl geografisch als auch historisch. Die Gartenkresse, die wir heute am häufigsten verwenden, stammt ursprünglich aus dem Orient und wurde bereits im alten Persien und Ägypten kultiviert. Dort schätzte man sie nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze, die den Körper stärkt und den Geist belebt.
Auch die Römer entdeckten die Vorzüge der Kresse früh für sich. Sie brachten das Kraut auf ihren Eroberungszügen mit nach Europa, wo es sich rasch verbreitete. In den Klostergärten des Mittelalters fand die Kresse schliesslich einen festen Platz. Mönche setzten sie gezielt als Heilpflanze ein – zur Verdauungsförderung, zur Blutreinigung und als Mittel gegen Erkältungen.
In die Schweiz kam die Kresse vermutlich über Handelswege aus Frankreich und Deutschland. Besonders die Brunnenkresse fand hier beste Bedingungen in den klaren, sauberen Gewässern der Alpenregionen. Bauern und Gärtner erkannten schnell, wie unkompliziert das Kraut zu ziehen war – sei es in Wassergärten oder auf feuchten Wiesen.
Mit der Zeit etablierte sich die Kresse als fixer Bestandteil der Schweizer Küche. Ihr würziger Geschmack und ihre schnelle Wachstumszeit machten sie zu einer beliebten Zutat in traditionellen Gerichten. Heute ist sie in fast jedem Haushalt zu finden.

Kresse ist das perfekte Kraut für alle, die nicht lange auf frische Ernte warten wollen. Egal ob im Garten, auf dem Balkon oder ganz simpel auf der Fensterbank – sie wächst beinahe überall und das in Rekordzeit. Schon nach wenigen Tagen spriessen die ersten zarten Blättchen, bereit für die Ernte. Doch worauf kommt es beim Anbau an?
Der richtige Standort: Kresse liebt Licht, aber keine pralle Sonne. Ein heller Platz am Küchenfenster oder ein halbschattiges Plätzchen im Garten sind ideal. Draussen gedeiht sie besonders gut zwischen März und Oktober, drinnen das ganze Jahr über.
Aussaat und Pflege: Die Samen werden dicht ausgesät – entweder in feuchte Erde, Watte oder Küchenpapier. Wichtig ist, dass sie konstant feucht bleiben, aber nicht im Wasser stehen. Bereits nach zwei bis drei Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge. Regelmässiges Besprühen mit Wasser hält sie frisch.
Schnelle Ernte: Kresse ist ein echtes Turbo-Kraut! Nach fünf bis sieben Tagen kann sie bereits geerntet werden. Einfach mit einer Schere knapp über der Wurzel abschneiden und sofort geniessen – je frischer, desto aromatischer.
Gartentipp: Wer Kresse im Beet anbauen möchte, kann sie von Frühling bis Herbst im Abstand von zwei Wochen neu aussäen. So gibt es immer Nachschub. Besonders gut gedeiht sie in humusreicher, feuchter Erde. Sie ist zudem ein guter Bodenverbesserer, da sie mit ihren feinen Wurzeln die Erde auflockert.

Kresse ist nicht nur ein würziges Kraut, das jedem Gericht eine frische Note verleiht, sondern auch ein wahres Powerpaket für die Gesundheit. Schon in der Antike wurde die kleine Pflanze hochgeschätzt – und das aus gutem Grund. Sie ist nicht nur kalorienarm, sondern enthält eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die ihre heilende Wirkung ausmachen.
Gesundheitliche Vorteile der Kresse:
Kresse ist besonders reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und Entzündungen im Körper reduziert. Ihre hohe Konzentration an Eisen hilft bei der Blutbildung und beugt Eisenmangel vor. Darüber hinaus ist sie eine wertvolle Quelle für Kalzium, das die Knochengesundheit fördert, und Magnesium, das für die Muskulatur und das Nervensystem wichtig ist. Die ätherischen Öle der Kresse wirken zudem antibakteriell und entzündungshemmend, was ihr eine besondere Bedeutung bei der Unterstützung der Verdauung und der Bekämpfung von Harnwegsinfekten verleiht.
Kresse als Heilpflanze:
In vielen Kulturen wird Kresse nicht nur als Nahrung, sondern auch als Heilpflanze verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin beispielsweise wird sie zur Unterstützung der Nierenfunktion und zur Entgiftung des Körpers empfohlen. Ebenso finden Kresse und ihre Extrakte Anwendung bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen, da ihre schärflichen ätherischen Öle als leichtes natürliches Antibiotikum wirken.
Vorbeugende Wirkung:
Der regelmässige Verzehr von Kresse kann dabei helfen, das Risiko für verschiedene Erkrankungen zu verringern. Ihre antioxidativen Eigenschaften schützen vor Zellschäden und beugen so der frühzeitigen Hautalterung und anderen altersbedingten Beschwerden vor. Durch ihren hohen Gehalt an Senfölen, die die Leber anregen, kann Kresse zudem eine unterstützende Rolle bei der Entgiftung des Körpers spielen und dabei helfen, Schadstoffe auszuleiten.
Heilende Traditionen weltweit:
Im antiken Griechenland nutzte Hippokrates Kresse als Mittel zur Behandlung von Husten und Erkältungen. Auch in Europa wurde sie im Mittelalter als Heilpflanze geschätzt, die bei der Bekämpfung von Blähungen, Verdauungsstörungen und Hautproblemen helfen sollte. In Indien findet Kresse als Teil von Ayurvedischen Heilmitteln Anwendung, um das allgemeine Wohlbefinden zu fördern und die Verdauung zu unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kresse nicht nur ein kulinarisches Highlight ist, sondern auch als Heilpflanze zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet. Wer das kleine Kraut regelmässig in seinen Speiseplan integriert, tut nicht nur seiner Geschmacksknospen, sondern auch seiner Gesundheit etwas Gutes.

Kresse ist nicht nur ein Gesundheitswunder, sondern auch in der Küche ein wahres Multitalent. Die zarten, grünen Blätter bringen nicht nur Farbe auf den Teller, sondern auch eine erfrischende Schärfe, die viele Gerichte aufwertet. In der gehobenen Küche hat Kresse ihren festen Platz – vor allem wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und der eleganten Frische, die sie in jedes Gericht bringt.
Kresse als Garnitur und Geschmacksträger:
In der Haute Cuisine wird Kresse vor allem als Garnitur verwendet. Ihre leichten, pfeffrigen Blätter setzen gekonnt Akzente und lassen sich perfekt zu Fisch- und Fleischgerichten kombinieren. Auch bei Salaten ist sie ein beliebtes Element, das für einen frischen Kick sorgt. Spitzenköche schätzen die zarten Blätter wegen ihres feinen, doch markanten Aromas, das ihnen erlaubt, Gerichte subtil zu verfeinern. Ein Klassiker ist etwa die Kombination von Kresse mit Lachs oder Garnelen. Ihre Schärfe harmoniert hervorragend mit dem leicht salzigen Geschmack des Meeresgetiers und sorgt für eine besondere Frische.
Kresse in Suppen und Sossen:
Sternenköche nutzen Kresse auch in Suppen und Sossen, wo sie ihre geschmackliche Tiefe entfalten kann. Besonders in kalten Suppen, wie etwa einer Erbsen- oder Gurkensuppe, kommt die Kresse hervorragend zur Geltung. Sie wird oft als Zutat in einer feinen Kräutersosse verwendet, die dann zu Fisch oder hellem Fleisch gereicht wird. Ihre Säure und der herbe Geschmack bieten einen gelungenen Ausgleich zu süsseren oder reichhaltigeren Komponenten.
Kresse in kreativen Kompositionen:
Die Welt der Sterneküche ist nicht nur auf die klassische Verwendung von Kresse beschränkt. Einige Köche experimentieren mit den verschiedensten Kressesorten, um interessante Texturen und Geschmacksnuancen zu erzielen. So wird die Kresse nicht nur frisch serviert, sondern auch getrocknet oder zu Kresseöl verarbeitet, das wiederum für kreative Dressings oder als aromatische Note in Saucen zum Einsatz kommt.
Kresse in der modernen Küche:
Der moderne Küchenchef setzt Kresse nicht nur in ihrer frischen Form ein, sondern auch als Bestandteil von modernen Molekularküche-Kreationen. Hier wird sie etwa als "Kresseperle" serviert, die auf der Zunge zerplatzt und eine Explosion an Geschmack entfaltet. Aber auch als Kressebutter oder -pesto findet sie zunehmend Verwendung – in einem feinen Kressepesto etwa, das zu Pasta oder gegrilltem Gemüse serviert wird.
Fazit:
Ob als Garnitur, in Suppen oder als innovative Zutat in der Molekularküche – Kresse hat sich in der Spitzenküche längst als vielseitiges, geschmackvolles Element etabliert. Ihre frische Schärfe, gepaart mit der zarten Struktur der Blätter, macht sie zu einem unverzichtbaren Kräuterelement in vielen kreativen Küchen. Wer Kresse richtig anwendet, kann nicht nur kulinarisch glänzen, sondern auch die Sinne der Gäste auf raffinierte Weise ansprechen.