Hätte man richtig gerechnet, wäre Popeye nicht so stark gewesen.


Spinat – das grüne Blattgemüse mit dem schlechten Ruf unter Kindern. Obwohl die Comicfigur Popeye ihn als Quelle unerschöpflicher Kraft zelebrierte, sorgen sein erdiger Geschmack und die oft weiche Konsistenz für Skepsis auf vielen Kindertellern. Doch Spinat ist nicht gleich Spinat: Gartenspinat und Wurzelspinat unterscheiden sich deutlich in Anbau und Geschmack. Ursprünglich aus Persien stammend, fand Spinat seinen Weg über Spanien in die Schweizer Gärten. Doch wie gesund ist das grüne Kraftpaket wirklich? Wir werfen einen Blick auf die Nährwerte, Mythen und die besten Zubereitungsarten dieses vielseitigen Gemüses.



Kaum ein Gemüse ist von so vielen Mythen umrankt wie Spinat. Das bekannteste Beispiel: Popeye, der Matrose mit den überdimensionalen Unterarmen, der durch eine Dose Spinat augenblicklich übermenschliche Kräfte entwickelt. Doch warum ausgerechnet Spinat? Der Mythos geht auf einen simplen Rechenfehler zurück: In den 1890er-Jahren wurde der Eisengehalt von Spinat fälschlicherweise zehnfach höher angegeben als er tatsächlich ist. Erst Jahrzehnte später wurde der Fehler entdeckt – doch Popeyes Liebe zum Spinat war längst ein popkulturelles Phänomen.

 

Kinder hingegen lassen das grüne Blattgemüse oft lieber links liegen. Das liegt nicht nur am erdigen Geschmack oder der weichen Konsistenz, sondern auch an natürlichen Bitterstoffen, die besonders empfindliche Gaumen abschrecken. Evolutionär betrachtet könnte das sogar einen Sinn haben: Bitterkeit war für unsere Vorfahren oft ein Warnsignal für Giftstoffe – ein Schutzmechanismus, der sich bis heute hält.

 

Ein weiterer Mythos besagt, dass Spinat roh ungesund sei, da er viel Oxalsäure enthält, die die Aufnahme von Calcium und Eisen hemmt. Tatsächlich kann zu viel rohe Oxalsäure problematisch sein, doch normale Mengen Spinat sind unbedenklich. Gekocht oder blanchiert reduziert sich der Oxalsäuregehalt ohnehin.

 

Und dann wäre da noch die Behauptung, dass Spinat sofort verzehrt werden muss, da aufgewärmter Spinat giftig sei. Dieser Mythos stammt aus Zeiten schlechter Kühlmöglichkeiten: Wird Spinat nicht kühl gelagert, können sich Nitrite bilden, die gesundheitsschädlich sein können. Doch wer Reste im Kühlschrank aufbewahrt und sie ordentlich erhitzt, hat nichts zu befürchten.

 

Trotz aller Missverständnisse bleibt Spinat ein wahres Supergemüse – reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Wer ihn richtig zubereitet, kann nicht nur Popeye, sondern auch seine eigenen Muskeln damit stärken.



Spinat hat eine lange Geschichte und fand im 16. Jahrhundert seinen Weg in die Schweizer Gärten. Ursprünglich stammt das Gemüse aus Persien und wurde durch Handelswege nach Europa gebracht. Schon im Mittelalter schätzten die Menschen die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Spinats, und bald darauf begannen auch die Schweizer, dieses nahrhafte Blattgemüse in ihren Gärten zu kultivieren. Spinat hat sich in den letzten Jahrhunderten zu einem festen Bestandteil der heimischen Küche entwickelt – und das aus gutem Grund.

 

Wer Spinat im eigenen Garten anbauen möchte, sollte sich zuerst über die besten Anbauzeiten informieren. Spinat ist ein kühles Wettergemüse, das bei Temperaturen zwischen 8 und 18 Grad Celsius am besten gedeiht. Die beste Zeit, um Spinat anzupflanzen, ist im Frühling, etwa ab März oder April, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, oder im Spätsommer für eine Herbsternte. Spinat keimt relativ schnell, sodass er nach der Aussaat schon nach etwa 7 bis 10 Tagen zu spriessen beginnt. Wenn du eine zweite Ernte anstrebst, kannst du auch im August noch Spinat säen, um im Herbst frische Blätter zu ernten.

 

Für den Anbau wählst du einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen lockeren, gut durchlässigen Boden. Spinat bevorzugt humusreiche Erde, die gut mit Nährstoffen versorgt ist. Achte darauf, die Samen in Reihen auszusäen und genügend Abstand zwischen den Pflanzen zu lassen, damit sie sich gut entwickeln können. Nach der Aussaat solltest du den Boden feucht halten, jedoch Staunässe vermeiden.

 

Die Ernte von Spinat erfolgt, wenn die Blätter gross genug sind, aber noch jung und zart. In der Regel kannst du etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat mit der ersten Ernte rechnen. Wenn du den Spinat regelmässig pflückst, förderst du das Wachstum neuer Blätter. Achte darauf, die äusseren Blätter zu ernten und den Herzbereich der Pflanze zu verschonen, damit sie weiterhin wächst. Nach der Ernte solltest du den Spinat schnell verarbeiten, da die Blätter sehr empfindlich sind und schnell welken.

 

Ein entscheidender Punkt beim Spinat-Anbau ist die Wahl der richtigen Sorte. Es gibt verschiedene Arten von Spinat, die sich in Geschmack, Aussehen und Wuchsform unterscheiden. Der klassische „normale“ Spinat ist der, den wir aus den meisten Rezepten kennen. Er hat grosse, dicke Blätter. Babyspinat ist eine spezielle Variante des Spinats, bei der die Blätter noch jung und zart sind. Er wird früher geerntet und ist besonders mild im Geschmack. Wurzelspinat hingegen ist eine weniger bekannte Variante und zeichnet sich durch eine andere Wuchsform aus. Bei dieser Sorte werden die Wurzeln geerntet, die ebenfalls essbar sind und in vielen traditionellen Gerichten Verwendung finden. Wurzelspinat hat einen etwas intensiveren Geschmack als der klassische Spinat.

 

Alle drei Varianten bieten reichlich Nährstoffe und sind eine wertvolle Bereicherung für deinen Garten und deine Ernährung. Wenn du dich für Spinat im eigenen Garten entscheidest, kannst du sicher sein, dass du mit wenig Aufwand und ein wenig Geduld eine köstliche und gesunde Ernte einfahren wirst.



Spinat ist nicht nur ein kulinarischer Klassiker, sondern auch ein wahres Nährstoffwunder. Besonders bekannt ist das grüne Blattgemüse für seinen Eisenanteil, der besonders für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Körper wichtig ist. Doch Spinat bietet weit mehr als nur Eisen: Er enthält auch wichtige Vitamine wie Vitamin A, C und K sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Calcium. Zudem ist Spinat eine hervorragende Quelle für Antioxidantien, die dabei helfen, Zellschäden durch freie Radikale zu verhindern.

 

Doch wie wirken diese wertvollen Inhaltsstoffe in Spinat, wenn er zubereitet wird? Spinat ist bekannt dafür, bei der Zubereitung gewisse Inhaltsstoffe zu verlieren, insbesondere Vitamine wie Vitamin C. Das liegt daran, dass dieses Vitamin hitzeempfindlich ist und beim Kochen zersetzt wird. Daher empfiehlt es sich, Spinat nur kurz zu garen, um die Vitamine zu schonen. Eine schonende Zubereitung wie Dampfen oder Blanchieren ist ideal, da dabei die wertvollen Nährstoffe weitgehend erhalten bleiben. 

 

Auch roher Spinat hat seine Vorteile. Durch den Verzehr von frischem Spinat werden insbesondere Folsäure und Vitamin C optimal aufgenommen, da diese empfindlichen Vitamine nicht durch Hitze zerstört werden. Roher Spinat ist also ein idealer Bestandteil von Salaten oder Smoothies, wenn du die maximalen Nährstoffe nutzen möchtest.

 

Ein weiterer Vorteil von Spinat ist seine Vielseitigkeit: Ob frisch oder tiefgefroren– die Nährstoffdichte bleibt auch nach der Lagerung grösstenteils erhalten. Beim Tiefkühlen werden die Vitamine und Mineralstoffe des Spinats weitgehend bewahrt. Wichtig ist jedoch, dass der Spinat nach dem Auftauen nicht zu lange gegart wird, da sonst auch hier wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Ein kurzer Kochprozess ist auch bei tiefgefrorenem Spinat ideal, um die Qualität zu erhalten.

Die Frage, ob tiefgefrorener Spinat weniger nährstoffreich ist, lässt sich also mit einem klaren „Nein“ beantworten. Tiefgekühlter Spinat behält seine wertvollen Inhaltsstoffe, wenn er richtig zubereitet wird, nahezu genauso wie frischer. Ein Vorteil des Tiefkühlens ist zudem, dass der Spinat direkt nach der Ernte eingefroren wird, wodurch er viele Nährstoffe bewahren kann, die bei längerer Lagerung von frischem Spinat verloren gehen könnten.

 

Spinat ist nicht nur nährstoffreich, sondern auch kalorienarm und reich an Ballaststoffen, was ihn zu einem hervorragenden Nahrungsmittel für eine ausgewogene Ernährung macht. Wer regelmässig Spinat isst, profitiert von einer Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen: Die Nährstoffe unterstützen das Immunsystem, fördern die Hautgesundheit und stärken Knochen und Zähne. Durch die Ballaststoffe wird zudem die Verdauung angeregt, und der hohe Wassergehalt hilft, den Körper mit Feuchtigkeit zu versorgen.



In der Küche ist Spinat ist ein wahres Multitalent – ob frisch, tiefgekühlt oder sogar als Wurzelspinat, jede Form hat ihre eigenen Vorzüge und Anwendungsmöglichkeiten. Besonders geschätzt wird er wegen seiner Vielseitigkeit, der schnellen Zubereitung und der zahlreichen gesundheitlichen Vorteile. Wie du Spinat je nach Form in der Küche einsetzen kannst, zeige ich dir hier.

 

Frischer Babyspinat ist eine besonders zarte und milde Variante, die sich ideal für kalte Gerichte eignet. Die jungen Blätter sind so zart, dass sie ohne grosse Vorbereitung in Salaten verwendet werden können. Babyspinat bringt nicht nur eine angenehme Frische, sondern auch eine feine Textur in jeden Salat. Besonders in Kombination mit Nüssen, Käse und frischen Früchten ist er ein idealer Bestandteil eines leichten und gesunden Gerichts. Auch in Sandwiches oder Wraps kann Babyspinat eine würzige, aber dennoch milde Note beisteuern. Die zarten Blätter sind zudem perfekt für Smoothies oder grüne Säfte, da sie schnell in Flüssigkeit aufgehen und eine cremige Konsistenz schaffen.

 

Tiefgekühlter Spinat ist eine praktische Alternative, die viele der Nährstoffe des frischen Spinats bewahrt. Er eignet sich hervorragend für warme Gerichte wie Suppen, Eintöpfe oder Saucen. Tiefgefrorener Spinat muss vor der Zubereitung nicht unbedingt aufgetaut werden – er lässt sich direkt in die Kochpfanne oder den Topf geben. Besonders in cremigen Gerichten wie Spinat-Lasagne oder Spinat-Risotto entfaltet der tiefgekühlte Spinat sein volles Aroma. Ein weiterer Vorteil: Tiefgekühlter Spinat ist länger haltbar, sodass du immer einen Vorrat für spontane Gerichte im Haus haben kannst.

 

Wurzelspinat, der weniger verbreitet ist, hat eine andere Textur und ein intensiveres Aroma als der klassische Spinat. Diese Form des Spinats wird häufig in herzhaften, deftigen Gerichten verwendet. Er eignet sich hervorragend zum Schmoren oder als Basis für Eintöpfe, da er nach dem Garen eine besonders reichhaltige, etwas erdigere Geschmacksnote hat. Auch in Wurzelspinat-Pürees oder als Zutat in Brot- oder Teigwaren findet er Anwendung. Durch seinen intensiveren Geschmack ist er ideal, wenn du nach einer Variante des Spinats suchst, die mehr Würze und Tiefe in deine Gerichte bringt.

 

Egal, ob du frischen Babyspinat, tiefgekühlten Spinat oder Wurzelspinat verwendest, alle Varianten sind äusserst gesund und liefern wertvolle Nährstoffe. Frischer Spinat überzeugt durch seine Frische und Vielseitigkeit in kalten Gerichten, während tiefgekühlter Spinat sich gut für warme Gerichte eignet und Wurzelspinat mit seinem kräftigeren Geschmack in deftigen Eintöpfen oder Schmorgerichten glänzt. Jede Form hat ihre eigenen Vorzüge und lässt sich kreativ in die unterschiedlichsten Rezepte integrieren.